Ich packe meine Tasche...

...und was muss mit?

Während der Zeit, in der ich in verschiedenen Kliniken - sowohl im Kreißsaal als auch auf der Wochenbettstation - gearbeitet habe, sind mir manch kuriose Dinge untergekommen, die Paare in ihren Kliniktaschen hatten.

Neben einer Grubenlampe des werdenden Vaters, einer CD mit Heavy-Metal-Musik (Walgesänge gab es auch einmal) und  Strickzeug fanden sich in den meisten Fällen zu viele Dinge darin - wahlweise auch zu wenige. Alles in einer Tasche oder auf zig Plastiktüten verteilt.

Ich selber hatte beim ersten Kind alles in einer Tasche - im Zimmer! Beim zweiten habe ich die Sachen dann schon sinnvoller auf zwei Taschen verteilt.

Um Ihnen die wahrscheinlich 400ste Liste an die Hand zu geben, sind dies nun meine persönlichen Empfehlungen, was in eine Klinik-/Kreißsaaltasche gehört.

Ich empfehle eine kleine Sporttasche für die Zeit im Kreißsaal sowie eine Reisetasche für den Stationsaufenthalt. Hartschalenkoffer sind im Transport zwar einfach zu handhaben, in den allermeisten Klinikzimmern aber leider eher hinderlich. Die Schränke dort sind nicht sehr groß bzw. tief, und zumeist steht neben dem eigenen Bett noch ein weiteres im Raum, sei es für den Partner/die Partnerin oder für eine andere Mutter. Hinzu kommen zwei Nachtschränke, zwei Babybetten, Besucherstühle, Wickelkommode usw. Eine flexible Tasche bietet einfach mehr Möglichkeiten zum Verstauen.

Wie lange ist lange genug?

Die nebenstehende Liste ist angepasst an den klassichen Klinikaufenthalt von drei Tagen nach einer unkomplizierten Spontangeburt. 

Sie müssen also vorab entscheiden: Brauchen sie MEHR oder WENIGER Sachen?

Bei einer ambulanten Geburt dürfen Sie im Regelfall vier Stunden nach der Geburt gehen, wenn nichts dagegen spricht.

Nach einer spontanen Geburt mit Wunsch eines stationären Aufenthaltes bleiben Sie im Regelfall drei Tage auf der Wochenbettstation.

Nach einem Kaiserschnitt verlängert sich der Aufenthalt meistens um ein bis zwei Tage auf vier bis fünf Tage.

Persönliche Dinge für Ihren Klinikaufenthalt
  • Binden und Stilleinlagen werden Ihnen in allen Häusern gestellt und brauchen deshalb nicht mitgenommen zu werden.

  • Drei gemütliche Oberteile, die sich zum Stillen gut öffnen lassen (z. B. Herrenhemden), alternativ Nachthemden bzw. Longshirts mit tiefem V-Ausschnitt oder im Brustbereich überlappend. Verzichten Sie möglichst auf alles, was Sie erst bis zum Hals schieben müssen, bevor Sie Ihr Kind stillen können.

  • Mindestens drei, besser vier Unterteile, denn durch den Wochenfluss ist die "Haltbarkeit" in den ersten Tagen stark verkürzt.

  • Bustiers oder gut sitzende Spaghetti-Tops - abhängig vom eigenen Wohlbefinden und der Körbchengröße, reichen vollkommen aus, da die Brust sich in den kommenden Tagen viel verändert, empfehle ich Still-BHs erst 2-3 Wochen nach der Geburt zu kaufen.

  • Mehrere kochfeste Slips, gerne ein wenig größer und höher geschnitten als sonst, denn der Wochenfluss ist in den ersten Tagen mehr als regelstark, und auch der Bauch ist nach der Geburt nicht einfach verschwunden. Ich empfehle daher, sich ein oder zwei Multipacks "Großmutterslips" zu kaufen. Die sind meist aus Baumwolle, somit atmungsaktiv und können nach dem Wochenfluss ohne Probleme einfach entsorgt werden, da sie im Discounter oder bei günstigen Modeketten nicht viel kosten.

  • Bademantel oder Sweatshirtjacke

  • Handtücher in dunklen Farben wie Weinrot, Schwarz oder Dunkelblau

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  • Toilettenartikel wie Zahnbürste, Duschgel (möglichst zart beduftet oder neutral, da das Neugeborene viel über den Geruchssinn wahrnimmt), Shampoo etc. 

 

  • Bequeme Kleidung, in der Sie sich wohlfühlen, sowohl für Ihren Stationsaufenthalt (Sie möchten vielleicht nicht so gerne im Schlafanzug im Aufenthaltsraum sitzen ...), als auch für die Fahrt nach Hause. 

  • Für Bücher oder Zeitschriften werden Sie meiner Erfahrung nach kaum Zeit haben. Entweder fordert Ihr Kind Ihre ganze Aufmerksamkeit - auch nachts! - oder Sie nutzen die Zeit zum Schlafen oder Essen.

  • Erkundigen Sie sich, ob es im Haus Stillkissen gibt. Wenn nicht, nehmen Sie sich ruhig Ihr eigenes mit.

 

  • Smartphone und/oder Tablet und die zugehörigen Ladegeräte.

  • Kontaktlinsenträgerinnen sollten an ihre Reinigungsmittel denken und unbedingt eine Brille mitnehmen.

  • Eine mittlere IKEA-Tasche oder etwas Vergleichbares (für Geschenke oder anderes, das sich unerwartet ansammelt) sowie eine Plastiktüte für Schmutzwäsche.

Papiere
  • Erkundigen Sie sich vorher in dem  Krankenhaus, in dem Sie entbinden wollen (z.B. bei der Geburtsanmeldung), ob es ein Standesamt im Haus gibt und ob Sie sich selbst um die Geburtsanmeldung kümmern müssen oder das Haus das für sie erledigt.

 

  • Mutterpass 

  • Personalausweis

  • Krankenversicherungskarte

  • Überweisungsschein vom FA (falls Sie ihn nicht voher schon abgegeben haben)

  • Familienstammbuch oder Heiratsurkunde (wenn Sie verheiratet sind) bzw. Geburtsurkunden und ggf. Vaterschaftsanerkennung (wenn Sie ledig sind)

Nützliches für die Geburt
  • Ein Oberteil, das Sie zur Geburt tragen möchten und das schmutzig werden darf. Natürlich stellt jedes Krankenhaus auch die sogenannten "Flügelhemdchen" zur Verfügung.

  • Warme Socken (ob Sie es glauben oder nicht: Kalte Füße hemmen die Wehen!) und davon unbedingt ein zweites Paar. Grund: Erfahrungsgemäß überstehen Socken den Kontakt mit Blut und Fruchtwasser während der Geburt nicht schadlos.

  • Feste (!) Hausschuhe, mit denen Sie nicht stolpern bzw. rutschen können. Glauben Sie mir: Das sind die am meisten vergessenen Utensilien während eines Klinikaufenthaltes.

  • Bei langen Haaren: Haarspange oder -gummi, damit die Haare während der Geburt nicht stören

  • Lippenpflegestift

  • Leichte (!!!) Verpflegung wie Müsliriegel, Obst und/oder Gemüse für die werdenden Eltern. Wasser stellen alle Häuser zur Verfügung. Wer zusätzlich ein Getränk mit Geschmack möchte, sollte sich eine Apfelschorle oder Ähnliches einpacken. Kleingeld lohnt sich immer für die Caféteria.

Nützliches für das Baby

  • Windeln und Reinigungstücher bzw. Waschlappen werden von den Kliniken zur Verfügung gestellt.

  • Babywäsche wird ebenfalls von der Klinik gestellt. Ich empfehle, diese ruhig zu verwenden. Zwar ist sie in der Regel nicht besonders schön, aber zweckmäßig. Verzweifeln Sie nicht an den Flügelhemdchen; mit denen haben Sie normalerweise nur in der Klinik zu tun. VORTEILE der Klinikwäsche: a) Sie brauchen sie nicht zu waschen (glauben Sie mir, da kommt später noch genug auf Sie zu) und b) die Gefahr ist doch recht hoch, dass von Ihren Sachen das eine oder andere unabsichtlich abhanden kommt.

 

  • Ein bis zwei Bodys in Größe 50 UND 56. Die 50er Bodys passen in den allermeisten Fällen problemlos, nur SEHR selten tragen Neugeborene wirklich Gr. 56 - auch wenn sie bei der Geburt 56 cm lang sind.

  • Ein Strampelanzug mit Ärmeln. Sollte er nur Träger haben, nehmen Sie noch ein Langarm-Shirt mit.

  • Ein Jäckchen oder einen Overall (im Winter: Winteroverall) aus Fleece, Jersey oder Wollwalk. Versuchen Sie, Teddyplüsch oder ähnlich synthetisches Material zu vermeiden.

  • Mütze und Socken

  • Ein Spucktuch (z.B. eine Mullwindel)

  • Eine Decke oder einen Autoschalen-Fußsack (je nach Jahreszeit). Ich persönlich bin eine große Anhängerin von Fußsäcken für die Autoschale, da man sich selbst und vor allem dem Kind das An- und Ausziehen von Jacken erspart, die beim Reinsetzen in die Autoschale wieder nach oben rutschen und im Rücken drücken.

  • Eine Autoschale. Denken Sie unbedingt daran, die Schale einige Stunden VOR der Entlassung aus dem Auto zu holen. Im Winter ist sie sonst eiskalt, im Sommer kochend heiß. 

Falls Sie Nabelschnurblut spenden/einlagern möchten
  • Geben Sie das Entnahmeset für das Nabelschnurblut bei Ihrer Ankunft im Kreißsaal ab. Die Hebammen bzw. Ärzte müssen Einiges vorbereiten, und da jeder Anbieter andere Abnahmevorrichtungen hat, sind die Kolleginnen im Kreißsaal immer froh, sich in Ruhe mit dem Set befassen zu können.

  • Die Erklärung gegenüber der Klinik

© 2020 Glinder Hebammerei / Carolin Lüdemann

Carolin Lüdemann

Hebamme

Tel.: 0176 - 420 92 640

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